Himmel und Hölle – Ihre Bedeutung

Wenn wir an „Himmel“ und „Hölle“ denken, haben wir oft ein sehr beschränktes Bild vor uns, dass uns im Leben eingetrichtert wurde. Wir denken an Orte an die man kommt, wenn man stirbt, je nachdem wie wir so gelebt haben oder ob wir auch ja die richtige Religion hatten.

Das hat damit alles jedoch nichts zu tun. Nichtmal Jesus glaubte an so etwas. Das glaubst du nicht? Jesus glaubte an die Reinkarnation und Wiedergeburt, was im Judentum nichts besonderes ist oder neues ist. Ein Beispiel dafür findet Ihr beispielsweise in Matthäus 17.10-17.13 :

Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, daß Elias zuerst kommen müsse? Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Elias zwar kommt zuerst und wird alle Dinge wiederherstellen. Ich sage euch aber, daß Elias schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was irgend sie wollten. Also wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden. Da verstanden die Jünger, daß er von Johannes dem Täufer zu ihnen sprach.

Wenn also, für die Christlichen Leser, Jesus also nicht an Himmel und Hölle glaubte und diese wie sie in heutiger christlicher Theologie vorhanden ist, auch nicht lehrte, was dann?

Dazu müssen wir uns die jüdischen Schriften anschauen. Speziell die Torah und den Zohar.

Im Anfang erschuf Gott Himmel und Erde.

Bereshit bara Elohim et haschamajim vet erez.

Hier geht es nicht um die Erschaffung der Erde, sondern um die Erschaffung der Welt der Seele. Im Anfang und erschaffen deuten darauf hin das zwei Qualitäten erschaffen worden sind. Altruismus / Selbstlosigkeit und Egoismus. Das Wort Erez kommt von dem Wort Razon (Verlangen), daher steht die Bezeichnung Erde für das Verlangen / oder auch den Willen zu empfangen. Während Himmel für den Altruismus steht, für das selbstlose Geben.

Und der/das Mächtige(Elohim) sprach: Es werde Licht und es ward Licht.

Licht ist hier nicht mit dem irdischen Licht gleichzusetzen und auch nicht mit diesem vorzustellen. Licht steht für die Eigenschaft des göttlichen Gebens. Es ist das was alles durchdringt und das Gesetz der Liebe und Güte.

Und Gott sah das Licht, dass es gut war und schied zwischen dem Licht und der Finsternis.

Wenn das Licht, die absolute Güte und Liebe ist, die Eigenschaft des selbstlosen Gebens, muss es auch jemanden geben, dem gegeben werden kann. Einen Empfänger. Das sind wir, die gesamte Schöpfung. Diese Ebene ist die des Empfangens. Die Ebene der Finsternis, in die Licht strömen kann. In die der Schöpfer geben kann.

Je mehr wir uns dem Empfangen Widmen und dem Willen des Empfangens nachgehen, nähern wir uns der Finsternis. Denn Empfangen ist immer ein Teil des Egoismus (hier neutral belegt), also etwas für sich wollen. Woran nichts falsches ist! Hier nicht in die Versuchung geraten zu denken, dass Empfangen etwas Böses ist. Das ist es nicht. Es hält/bringt uns nur einfach nicht in Einheit mit dem Schöpfer. Natürlich sind wir ohnehin mit diesem Verbunden. Ein Teil des Schöpfers. Da die Schöpfung im Schöpfer existiert. Dies ist mehr eine Sache des Bewusstseins. Mit etwas geistig verbunden zu sein oder nicht. Und das macht den Unterschied in unserem Leben aus.

 

Was hat das jetzt mit Himmel und Hölle zu tun? 

Ausgehend von den Lehren Yeshuas (Jesus) kann man darauf schließen, dass er all das wusste und versuchte für die einfachen Menschen verständlich zu machen. Das Himmelreich Gottes, und er sagte auch es ist bereits da und in euch, steht für die Ebene des absoluten Altruismus, die des bedingungslosen Gebens, dem unerschütterlichem Vertrauen auf den Schöpfer. Die Hölle hingegen symbolisiert exakt das Gegenteil. Der absolute Egoismus, in welchem man nur für sich will. In dem man wenn man Gutes tut, dies nur tut, um persönlichen Gewinn dabei zu erhaschen. Wenn man nur an sich denkt, kein Vertrauen in den Schöpfer, wenn überhaupt der Glaube oder das Wissen um diesen. Je mehr man in den Egoismus fällt und in der Finsternis verweilt, desto mehr lebt man und verdammt sich selbst in eine Hölle. Und das ist die Verdammnis in die man sich selbst begibt, man wird selbst zu einem gefallenen Engel, bis man sich entscheidet, umzukehren und in die andere Richtung zu gehen. Wenn du mal in diese Richtung fällst, mach dir kein Drama draus, denn das tut jeder im Laufe des Lebens mal und es erinnert uns irgendwann daran, dass wir in eine Richtung laufen, die uns nichts nachhaltiges schenken kann.

Und wenn wir uns dem Schöpfer durch das selbstlose Geben nähern, dann werden wir wenn wir dies erreichen, neugeboren. Neugeboren im Geiste, wie Yeshua es Nikodemus erklärte.

 

Shalom und bis zum nächsten Mal!

 

 

 

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