Lehre und Lerne – Zwei Seiten einer Medaille

Lehre um zu lernen und lerne um danach zu leben.

Talmud, Sprüche der Väter 4,6

Heute widmen wir uns um das Lehren und lernen. Besonders das beides Hand in Hand geht. Ein guter Lehrer ist jener, welcher von seinen Schülern lernt, was er selbst noch zu lernen bedarf. Was bedeutet das?

Ein Lehrer ist jemand der bereits viel Wissen in sich hat. Im optimalen Fall auch Weisheit. Doch Wissen allein ist rein theoretisch. Du kannst Jahre lang die Torah, die Kabbalah oder andere spirituellen Lehren studieren ohne das du dich dabei wirklich änderst. Auswendiglernen ist keine Kunst. Erst wenn du beginnst deine Lehren, dein Wissen, deine Weisheit weiterzugeben und gewillt bist, deine eigene Entwicklung voran zu treiben, wirst du wahrhaftige Fortschritte machen.  Warum? Weil deine Schüler dein Spiegel sein können. Sie zeigen dir auf, in der Art, wie du auf sie reagierst, durch Ihre Fragen und durch Selbstreflexion in Vergleich zu ihnen, wo deine Baustellen hast. Wo ist Raum für Wachstum. Natürlich ist überall Raum für Wachstum, doch Schüler zeigen einem die Türen, zu den Räumen in denen du noch weiter wachsen kannst, denn diese sind uns nicht immer bewusst.

Und so wird der Lehrer zum Schüler, seiner Schüler.

Denn ein Lehrer, welcher überzeugt ist, nichts von seinen Schülern lernen zu können und sich selbst über sie stellt, taugt sich nicht zum Lehrer.

Hast du vieles gelernt, so tue dir nichts darauf zugute.

Auszug aus Sprüche der Väter 2,9, Talmud

Die Schüler und damit auch Lebenslehrer können aber auch Personen in unserem Umfeld sein und die Lehre die wir ziehen, offenbart sich nicht unbedingt immer in Sonnenschein und wohliger Wärme. Oft offenbart sie sich sogar nach Zeiten, des Schmerzen, der Verzweiflung oder des Dramas. Wichtig ist jedoch die Bereitschaft wirklich lernen zu wollen, offen zu sein. Auch wenn uns die äußeren Gegebenheiten vorher auch mal aus der Bahn werfen können. Darum sei nicht lange sauer auf die Menschen in deinem Umfeld, denn was kannst du groß lernen, wenn die Bereitschaft für Vergebung nicht gegeben ist? Und auch das kann man lernen, Vergebung. Etwas das man nur in Beziehung zu anderen Menschen lernen kann und das nicht unbedingt auf die rosige Art. Und so bist du zugleich Lehrer als auch Schüler deines sozialen Umfeldes, selbst wenn du bewusst keine Lehrtätigkeit ausübst. (Damit ist nicht unbedingt die Berufliche Lehrtätigkeit an einer Universität oder Schule gemeint.)

Denn die Größe eines Lehrers und auch die eines Menschen, zeichnet sich vor allem durch seine Bereitschaft zum lernen und zum vergeben aus. Denn der Zornige ist blind und das „Opfer“ sucht sich Täterfiguren, statt sich damit auseinanderzusetzen, was es konstruktiv aus einer Begebenheit mitnehmen kann.

Daher lerne um zu lehren und lehre um zu lernen.

Lerne und Lehre um zu verstehen.

Lerne und Lehre um Weisheit zu erlangen.

Shalom und bis zum nächsten Mal!

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