Respekt vor dem Menschen, statt vor dem Alter

Respekt – ein großes Thema. Hier widmen wir uns jetzt dem Respekt gegenüber Menschen und das man sich nichts auf sein Alter einbilden sollte.

Oft liest man von besonders älteren Menschen: „Ich bin viel älter als du, du solltest auf mich hören und mir mit Respekt begegnen!“

Und Ich frage mich dann jedes Mal: „Warum?“

Das mag vielleicht etwas provokant klingen, doch darauf gehen wir näher ein.

Jeder von uns wird geboren, ist ein Geschöpf HaShems, Gottes. Der Körper durchläuft das Kindheitsstadium über das Erwachsenen Alters bis hin zum Greisenalter bis der Körper vergeht, wie alles weltliche früher oder später. Die Seele jedoch, ist Zeitlos. Sie ist weder jung, noch alt. Sie ist stets im perfekten Zustand so wie vom Schöpfer erschaffen. Wenn wir uns gesund ernähren und uns sonst nichts gefährliches widerfährt, werden wir alle alt.

Was lässt sich daraus schonmal folgend schließen?

  • Altwerden ist keine Kunst. Daher nichts worauf man sich etwas einbilden sollte.
  • Jede Seele ist „gleich-alt“.
  • Im Vergleich zur gesamten Schöpfung ist unsere Lebenszeit ein Staubkorn im Universum.

Das Alter ist also kein Garant dafür Weise oder besonders Erfahren zu sein. Ein 15 Jähriger kann mehr gehaltvolle Lebenserfahrung haben als ein 80 Jähriger. Es kommt ganz auf das Leben des einzelnen an. Weshalb das Alter selbst, da keine Maßgebende Einheit ist. Und auch ist das Alter kein Maß für Respekt den man anderen entgegen bringen sollte. Jeder Mensch verdient eine Grundbasis an Respekt – > Das man dieser Person keinen Schaden zufügt, sie nicht bestiehlt, tötet oder hintergeht. Alles weitere ist von der Art Respekt, welche man sich verdienen muss und wobei man sich auf nichts vergangenes ausruhen kann. Respekt muss bei jedem Menschen neu verdient werden. Prüft einen Menschen bevor ihr ihm zu viel Respekt entgegen bringt, denn dies könnte in einer Enttäuschung enden. Verfrühter überhöhter Respekt ist bestenfalls närrisch.

Und auch auf Titel sollte man sich nichts einbilden, denn Lernen kann jeder. Wissen aneignen kann jeder.

Doch wie geht der Mensch im Alltag damit um?

Wie integriert er Weisheit ins eigene Leben?

Wie leicht gibt ein Mensch auf und was für ein Durchhalte Vermögen hat ein Mensch?

Wie sieht es mit der nächsten Liebe aus?

Das sind Aspekte/Punkte auf die man achten sollte um zu messen, wie viel Respekt man jemanden entgegen bringt. Doch Vorsicht, nur weil jemand vielleicht obdachlos ist, bedeutet das wiederum nichts, im Hinblick auf diese Punkte, auch nicht auf die Ausdauer. Denn ein jeder Mensch kann von einem „Schicksalsschlag“ getroffen werden, irgendwas läuft richtig schief. Das kann jedem passieren und irgendwann ist bei jedem Menschen eine Grenze vorhanden, an dem jemand wirklich aufgibt. Die Frage ist daher nicht, ob sondern wann jemand aufgibt.

Im Bezug auf Weisheit gibt im Talmud Abschnitt Sprüche der Väter eine gute Weisheit:

„Ein Rabbi sagte einst: ›Wer von Kindern lernt, der ist, als wenn er nicht gereifte Trauben äße und Wein aus der Kelter tränke. Wer aber von den Alten lernt, der gleicht dem, der die Trauben genießt, wenn sie reif sind, und den Wein trinkt, wenn er alt geworden ist.‹ Ihm entgegnete ein anderer: ›Achte nicht auf den Krug, sondern darauf, was darin ist. Mancher Krug ist neu und hat doch alten Wein, und mancher Krug ist alt und hat nicht einmal jungen Wein.‹ 4,26–27.“

Achtet darauf in eurem Alltag und im Zweifelsfall vertraut auf HaShem, dass er  euch das richtige Gefühl vermittelt, um die andere Person besser einschätzen zu können. Achtet darauf beim Älter werden euch darauf nichts einzubilden und infolge dessen Arrogant zu werden. Und solltet Ihr es doch merken, ist dies ebenso das erste Anzeichen, dass Ihr euch irrt.

 

Shalom und bis zum nächsten Mal!

 

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